Rückblick 16.12.2018

Liebe Mitstreiter, liebe „Kulturbanausen“,

eine ereignisreiche Zeit liegt wieder hinter uns. Und sie war wieder äußerst produktiv und erfolgreich. Hochwertige Flyer wurden erstellt und in der Nachbarschaft sowie in ganz Lünen verteilt, tolles Engagement von Silvia, Sandra, Thorsten und Cedric.

Auch haben wir wieder Kontakte geknüpft, damit unser Anliegen weiter an Gewicht gewinnt. Cedric war bei der Bürgerinformation der Gottfriedstraße im Ratssaal und hat für unsere Bürgerinitiative Flagge gezeigt sowie die Flyer mit dem Aufruf „13.12.2018“ verteilt. Ob sich eine weitere Initiative bildet, wer weiss? Gisela, Marion und ich sind am Freitag als Frauentrio in Richtung Vereinsheim nach Oer-Erkenschwick gezogen, um uns mit der dortigen Vereinigung kurz zu schließen. Der Vortrag von Herrn Hoffmann brachte uns keine neuen Erkenntnisse. Den Erkenschwickern ist unser Wunsch übermittelt worden, bei größeren Veranstaltungen uns gegenseitig zu unterstützen.

Die Ratssitzung am 13.12.2018 war super besucht und platzte aus allen Nähten. Die Arbeit mit den Flyern hat sich gelohnt. Auch der Besuch der Ratssitzung war sehr interessant und aufschlussreich. Ich hatte eine telefonische Anfrage gestellt, wie bereits bei der Ausschusssitzung vom 28.11.2018, die ein Vorziehen unserer Anliegen „Anträge KAG“ beinhaltete, die Anfrage scheint aber untergegangen zu sein.

So kam es zu der Vorstellung, die von uns so schnell keiner vergessen wird. Politik ist eben doch interessant und auf keinen Fall langweilig. Vielleicht wird es ja für einige von uns zu einem wiederkehrenden „kulturellen Ereignis“, das wir fünf mal im Jahr quasi als ein kostenloses „politisches Kulturereignis“ Stadtratssitzungen wahrnehmen, wenn man Herrn Fiedler von den Ruhr-Nachrichten folgt.

In den Ruhr Nachrichten vom Samstag, dem 15.12.2018, kam von Herrn Fiedler diesbezüglich frei von der Lippe „Etwas Respekt, bitte!“, eine auf uns schulmeisterlich anmutende Maßregelung. Ich zitiere Herrn Fiedler: „Schön, wenn so viele Bürger wie Donnerstag im Rat Interesse für Kommunalpolitik zeigen. Es ging um das Thema Straßenausbaubeiträge. (Anm.: Übrigens 2 Anträge von insgesamt 40 Tagesordnungspunkte und Anträgen!) Als es zur Zufriedenheit der meisten Betroffenen erledigt war (Anm.: Wer von uns war zufrieden?), ging der Bürgermeister zum nächsten Punkt der Tagesordnung über und gab die Träger des Kulturpreises der Stadt Lünen bekannt. Weil sich währenddessen zügig und geräuschvoll die Besuchertribüne leerte, ergab sich ein ziemlich unwürdiger Moment. Von den Bürgern hätte ich mir in dieser Situation ein bisschen mehr Respekt gewünscht. Welche Kulturschaffenden gewürdigt werden, das kann man sich ruhig mal anhören, meint ihr Peter Fiedler“.

Also, wir strabsigen Kulturbanausen, so geht das nicht, wenn wir Herrn Fiedlers Appell folgen. Wer sich den Teil Straßenausbaubeiträge anhören will, sollte dann anschließend zumindest die Benennung der Kulturpreisträger in Würde annehmen und sich dann unhörbar verflüchtigen. Warum eigentlich nur diesen Punkt würdigen, warum nicht dann auch alle anderen Punkte achten: Konsequent das ganze Programm: Halte-Stelle, Kindertagesbetreuung, Aktualisierung der Richtlinien zur Förderung von kommunalen Städtepartnerschaften und internationalen Begegnungen der Stadt Lünen, und, und. Wer einmal im „Kulturhaus“ sitzt, stört nicht und bleibt! Wir waren aber im Rathaus, in einer Ratssitzung, als politisch Betroffene!

Einige von uns verlassen das Haus bereits um 4:00 Uhr morgens, und sind nach Lünen geeilt, um Flagge für unser existenziell bedeutsames Thema zu zeigen. Schließlich sind wir die betroffenen Bürger, die sich Kultur vermutlich bald nicht mehr leisten können, wenn 5stellige Beträge mal eben willkürlich eingezogen werden. Respekt für die Bürger und auch für die Ratsmitglieder, die teilweise von 4:00 Uhr bis 22:00 Uhr unterwegs sind, einem Beruf nachgehen und sich darüberhinaus politisch engagieren wäre wünschenswert. Respekt!

Die Ratssitzung am 13.12.2018 war aber so außergewöhnlich, dass wir nach gut einer Stunde den Balkon bereits verlassen hatten, nachdem beschlossen worden war, die Punkte KAG nach dem nicht-öffentlichen Teil zu behandeln. Da war es schon gegen 18:00 Uhr. Irgendwie, das bleibt mir ein Rätsel, wurde das Thema KAG dann doch nach vorne gezogen und wir sind verwundert wieder in die Sitzung gegangen. Nachdem unser politisches Anliegen verhandelt wurde, haben wir die Veranstaltung verlassen, weil bei allem Respekt den anderen Themen gegenüber und den dahinterstehenden Schicksalen wir auch ein Bedürfnis nach Regeneration haben. Im Rat sitzen hingegen unsere Repräsentanten, die sich trotz beruflicher Belastung und der inhaltlichen Vorbereitung auf die 40 Themen weiterhin die Nacht um die Ohren schlagen müssen. Respekt!

Dass man nicht nur das Haar in der Suppe suchen sollte, das kann man sich ruhig mal anhören, Herr Fiedler. Ein Leserbrief ist Ihnen bereits mit heutigem Datum zugestellt worden.